Warum du bei hochpreisigen Coachings vorsichtig sein solltest

Warum du bei hochpreisigen Coachings vorsichtig sein solltest

Gastbeitrag von Caroline Otzelberger

Seit meiner radikalen Entscheidung, mein Online-Business in der bisherigen Form zu beenden, stelle ich mir selbst viele Fragen und reflektiere mein Verhalten sowie die Gepflogenheiten der Branche. Zudem kommen viele andere (Online-) Unternehmer auf mich zu und möchten sich mit mir austauschen, meine Beweggründe erfahren, oder gemeinsam nach neuen Lösungen suchen.

Denn die Branche ist krank.

Was einmal als eine fantastische, innovative Möglichkeit für mehr Flexibilität und Unabhängigkeit begann, ist inzwischen zur Massenversuchung voller falscher Versprechen geworden.

„Wie du schon im ersten Jahr deine erste Million machst.“

„Wie du innerhalb von 8 Wochen mit deinem Herzensbusiness 5-stellige Umsätze verdienst – auch, wenn du noch keine Follower hast und dich niemand kennt.“

How-to-Anleitungen wie diese springen dir auf den sozialen Medien im Sekundentakt entgegen.

Und mal ganz ehrlich: Wer möchte das nicht?

Wer würde nicht gerne über Nacht reich werden, cool in der Weltgeschichte herum jetten (mindestens Business Class, versteht sich) und nur ein paar Stunden pro Woche arbeiten – aber bitte mit Laptop am Strand?

Wie du das schaffst?

Das wird dir selbstverständlich ganz genau erklärt.

Nachdem du das jeweilige Mentoring-Programm, den Durchstarterkurs oder das exklusive Coaching gebucht hast.

Dafür bezahlst du natürlich, und zwar nicht zu knapp. Mit 3000 bis 6000 Euro bist du bei einem Einsteigerprogramm locker dabei.

Aber das investierst du ja gerne, denn du möchtest ja von denen lernen, die es geschafft haben!

Der Weg dorthin?

Hochpreiscoaching! Ja genau, du musst nur einen klitzekleinen Webinar-Funnel aufbauen, um dadurch deine Coaching-Pakete für drei-, vier- oder fünftausend Euro zu verkaufen. Ein Klacks!

Wenn du dann im Rahmen dieses ersten Kurses oder Coachings leider den erhofften Erfolg knapp verfehlst – kein Problem! Wir haben ja ein Aufbau-Programm für dich. Dort vertiefen wir alles und kommen wirklich in die UMSETZUNG(!).

Dafür zahlst du dann natürlich ein wenig mehr, denn schließlich bekommst du hier absolutes Expertenwissen, das du sonst NIRGENDS erhältst.

Jetzt gewinnst(!) du vielleicht zaghaft den einen oder anderen ersten Kunden. Doch deine Conversion (= Abschlussrate) ist immer noch viel zu schlecht, deine Reichweite viel zu gering und dein Mindset noch zweifelhaft.

Aber hey, das macht doch nichts!

Wir begleiten dich gerne weiterhin in unserer super duper exklusiven Mastermindgruppe, wo du mit gleichgesinnten Powerfrauen, -männern, -mädels oder intuitiven Seelenverwandten endlich den großen Durchbruch schaffen wirst.

Und so weiter und so weiter.

Das Ergebnis

Ist das nun alles Fake?

Nein. Auch möchte ich niemandem hier böse Absicht oder Abzocke unterstellen.

Aber: In der Regel funktionieren die angebotenen Strategien nur für einen Bruchteil der Teilnehmer. Der Rest bleibt erfolglos zurück.

Bei mir selbst und Kolleginnen von mir, die ihr Business anders, bedächtiger und leiser führen, schlagen regelmäßig Absolventen solcher vielversprechender Programme auf, die frustriert und enttäuscht sind und an sich selbst zweifeln.

Denn wenn du es nicht geschafft hast, dein sechs- oder siebenstelliges Business aufzubauen, obwohl es doch scheinbar so einfach ist, fühlst du dich schnell als Versager.

So bleibt oftmals nicht nur ein leeres Konto zurück, sondern auch ein stark angeknackstes Selbstbewusstsein.

Der Hintergrund

Das oben dargestellte Szenario habe ich mir nicht ausgedacht – es ist ein weit verbreitetes Businessmodell. Ich selbst habe es von verschiedenen Seiten gelernt und zum Teil auch praktiziert.

Die Idee ist simpel:

Du lockst Menschen mit einem kostenlosen Angebot (Checkliste, Ebook, Videokurs) in deinen Emailverteiler oder direkt über eine Werbeanzeige in dein Webinar.

In diesem Webinar verbringst du viel Zeit damit, ein Problem ausführlich zu skizzieren (in dem deine Zielgruppe sich natürlich zu möglichst 100% wiedererkennt), um anschließend die Lösung zu präsentieren (dein Angebot).

Eigentlich kostet diese Lösung ein Vermögen oder ist gar unbezahlbar, weil du selbst Jahre gebraucht hast, um all das zu lernen. Aber weil du die Menschen so gerne hast (und nebenbei mit diesem Webinar deinen Monatsumsatz machen möchtest), gibst du ihnen das Angebot ausnahmsweise und nur heute zu einem absoluten Spezialpreis.

Wenn du das geschickt anstellst, ist der Kauf ein sogenannter ‚No brainer‘. Die Teilnehmer wären dumm, wenn sie nicht zuschlagen würden (zumindest denken sie das).

Aus diesem laufenden Angebot (Kurs, Seminar oder Coaching) machst du später einen Upsell in das nächst höhere Produkt und so weiter.

Pyramide nennt man dieses System und natürlich ist der Preis des Folgeprodukts immer höher als das vorherige. Du musst ja in dich selbst investieren, wenn du vorankommen möchtest – du erinnerst dich?!

Das Problem

An diesem Modell ist grundsätzlich nichts falsch und jemand, der ein Webinar anbietet (und darin etwas verkauft) hat oftmals wirklich gute Absichten: er möchte helfen.

Das Problem liegt aus meiner Sicht in diesem System:

Du startest eine Selbstständigkeit* und lernst früher oder später, dass du dich coachen lassen musst, weil du sonst nicht weiterkommst. Wenn es dir wie mir geht, hast du es eine Zeit lang mehr oder weniger erfolglos auf eigene Faust probiert und warst dann heilfroh zu erfahren, dass man ‚Business‘ lernen kann.

Also nimmst du (im besten Fall) deine Ersparnisse her und all deinen Mut zusammen, um eine für dich zu diesem Zeitpunkt exorbitante Summe in ein Business-Aufbauprogramm oder Coaching zu investieren.

Ab diesem Moment hörst du von allen Seiten in Dauerschleife, wie wichtig es ist, in sich selbst zu investieren. Deine Mentoren erzählen dir mit schöner Regelmäßigkeit von ihren eigenen Mentoren und wie viel sie selbst schon investiert haben (bei diesen hohen fünf- bis sechsstelligen Zahlen kann dir schnell mal schwindelig werden).

Du lernst völlig unbewusst und ganz nebenbei, dass du sehr viel investieren musst, wenn du erfolgreich sein willst, dass es anders nicht geht und, dass diese Preise völlig normal sind.

Im Lauf der Zeit verschiebt sich deine Einschätzung von Preisen dahingehend, dass diese Beträge zur Normalität werden. Was einstmals völlig außerhalb deines Vorstellungsvermögens lag, ist nun Alltag geworden (nämlich viele tausend Euro für ein Mentoring zu bezahlen).

Weil sich die Dimensionen so verändern, ziehst du nach und nach deine eigenen Preise an.

Hast du einmal 10.000 Euro für deinen eigenen Support investiert, fühlt es sich völlig selbstverständlich an, selbst 3.000 bis 5.000 Euro zu verlangen.

Zudem wirst du von nicht wenigen Coaches dazu ermutigt, deine Preise stets nach oben zu schrauben und immer noch teurere Angebote herauszubringen (denn sie prahlen gerne mit den gestiegenen Umsätzen ihrer Schützlinge).

Durch hochpreisige Angebote positionierst du dich als Experte. So die einhellige Meinung.

Doch dieses ganze System funktioniert nur, weil es laufend ‚frische‘ Menschen gibt, die neu ins Spiel kommen und ein Business aufbauen wollen. Sie starten dann an dem Punkt, an dem du selbst noch vor kurzem warst und arbeiten sich innerhalb von einem bis drei Jahren hoch bis zu fünfstelligen Investitionen, um dann wiederum selbst mit hochpreisigen Angeboten auf den Mark zu treten.

Aber wie nachhaltig ist dieses System?

Und wie viele Menschen bleiben auf der Strecke?

Und dient es uns allen wirklich?

Sind fünf-, sechs-, sieben- oder achttausend Euro für ein halbjähriges Gruppen-Programm mit 30, 50, 80 oder 200 anderen Menschen wirklich ihr Geld wert? Wie viel Substanz liegt hinter solchen Preisen?

Bei halbwegs bekannten Business-Mentoren kannst du für einen VIP Tag (meist max. sechs Stunden) locker acht, zehn oder fünfzehn Tausend Euro bezahlen (bei den ganz ‚Großen‘ natürlich noch deutlich mehr). Wie viel Wert kann so ein Tag wirklich haben?

Versteh mich nicht falsch: Ich habe nichts gegen hohe Preise.

Qualität soll gewertschätzt werden und als Coach kommst du mit einem Stundensatz von unter 100 Euro auf keinen grünen Zweig.

Aber zwischen einem angemessenen Preis für sehr gute Leistung und der überteuerten Massenware, die da draußen teilweise zig tausendfach verkauft wird, liegen Welten.

Worum es mir geht

Nichts liegt mir ferner, als mit dem Finger auf andere UnternehmerInnen zu zeigen. Ich habe dieses Spiel selbst zum Teil mitgespielt und ich weiß, wie leicht es ist, unbemerkt in diesen Sog zu geraten.

Ich mache niemandem einem Vorwurf. Vielmehr geht es mir mit diesem Artikel um zwei Dinge:

  1. Ich möchte dein Bewusstsein dafür schärfen, welche Preise du selbst bereit bist zu zahlen (Entscheidungshilfen siehe unten).
  2. Andere UnternehmerInnen möchte ich wachrütteln, ihre Strategie und Vorgehensweise zu hinterfragen. Ich befürchte, dass wir in den kommenden Monaten einige Unternehmen bzw. UnternehmerInnen crashen sehen werden.

Entweder, weil die Rechnung finanziell nicht aufgeht, oder weil der Körper streikt. Oder beides.

Dieses System ist hohl, ihm fehlt auf weiten Strecken die Substanz. Um es aufrecht zu erhalten, braucht es sehr viel Arbeit, Anstrengung und ‚immer mehr‘. Das ist nicht gesund.

Für Frauen ist dieses Modell besonders gefährlich

Eine provokante These, ich weiß. Doch was ich beobachte ist, dass alle gängigen Business-Konzepte sehr stark männlich geprägt sind. Der starke Fokus auf den Umsatz, das Abarbeiten von Plänen, das Streben nach immer mehr, das sich selbst an der Anzahl der eigenen Follower aufzugeilen, das ist die männliche Energie in uns (in Männern wie Frauen).

Männern tut es auch nicht gut, wenn sie ausschließlich so unterwegs sind. Doch für uns Frauen ist es Gift, wenn wir über längere Zeit dieses männliche Gebaren nachahmen.

Der weiche, weibliche, intuitive, empfängliche Teil in uns bleibt dabei völlig auf der Strecke. Wir schneiden uns von uns selbst ab und brennen aus, in dem Versuch, mit den Männern mitzuhalten (völlig unbewusst natürlich, denn unsere ‚Konkurrenz‘ sind ja meist andere Frauen…). Das zarte, sanfte, mitfühlende Weibliche erstickt unter Druck, Gier und dem Anspruch, uns beweisen zu wollen.

Die Lösung

Ich habe keine.

Bislang habe ich viele Wege gesehen und ausprobiert, wie es (zumindest für mich) nicht geht.

Ich habe eine Ahnung davon, wie es sich für mich anfühlen muss – leicht, entspannt, nährend, freudvoll -, aber keine Vorstellung davon, wie das konkret aussehen kann.

Das ist ja der Hauptgrund, warum ich das Alte hinter mir gelassen und mich ins Ungewisse gestürzt habe. In dem Vertrauen darauf, dass der Weg sich zeigt beim Gehen.

Ich wünsche mir einfach, dass mehr UnternehmerInnen innehalten und sich ehrlich fragen, ob ihr Weg sich wirklich richtig und stimmig anfühlt. Ob wir insgesamt mit dieser Vorgehensweise von Fokus auf Umsatz und Reichweite glücklich werden. Oder worum es jedem einzelnen von uns denn wirklich geht.

Was du tun kannst

Wenn du vor der Entscheidung stehst, in ein gewisses Angebot zu investieren, überprüfe für dich, ob es wirklich Substanz hat und sein Geld wert ist.

Einige Aspekte, auf die du achten kannst:

Wie viel Zugang zum Coach/Mentor hast du wirklich?

Lies die Beschreibung (= Salespage) genau durch. Was verbirgt sich wirklich hinter den schönen Worten. Beinhaltet das Programm Einzelcoaching? Wenn ja mit wem und wie viel? Wie viele persönliche Kontaktpunkte hast du zum Mentor?

Wie viele Menschen nehmen am Kurs teil?

Es macht einen enormen Unterscheid, ob 12, 80 oder 200 Menschen an einem Programm teilnehmen. Bei einer kleinen Gruppe kann der Coach/Mentor viel individueller auf die einzelnen Teilnehmer eingehen und deine Chance, in Q&A Sessions o. ä. zu Wort zu kommen, ist deutlich höher.

Was genau steht wirklich in den Testimonials? Sind die genannten Erfolge nachhaltig oder ein begeistertes Strohfeuer?

Kundenstimmen und Referenzen sind extrem wichtig im Verkaufsprozess, vor allem online. Jeder Unternehmer schmückt sich gerne mit überschwänglichen Testimonials.

Doch lies dir diese Zitate ruhig mal genauer durch. Was konkret (außer: ‚Es war super!‘) haben die Menschen erreicht? Wie war ihre Ausgangslage (vergleichbar zu deiner?)? Gibt es Feedbacks zu den Ergebnissen auch einige Wochen und Monate nach Programmende, oder ist das Zitat in der akuten Euphorie eines einmaligen Erfolgs entstanden?

Wie sehr verkörpert die Person wirklich, was sie predigt? Sieht sie entspannt und glücklich aus oder hast du vielmehr den Eindruck, dass sie ein Workaholic und permanent online ist?

Hier musst du vermutlich weitestgehend auf deine intuitive Wahrnehmung vertrauen. Denn nach Außen zeigen wir uns alle gerne strahlend und erfolgreich.

Doch wenn du einer Person eine Weile folgst, bekommst du oftmals einen Eindruck davon, welches Tempo sie vorlegt, wie viel sie arbeitet, wie viele Programme sie parallel laufen hat etc.

Ist das, was dir versprochen wird wirklich realistisch?

Ganz ehrlich: Wenn du ganz frisch in eine Selbstständigkeit startest und noch niemals zuvor erfolgreich ein Unternehmen geführt hast, ist es sehr unwahrscheinlich, dass du alles ad hoc so umsetzen kannst, wie du es lernst. Es ist nicht unmöglich, aber um diese Strategien direkt anzuwenden, brauchst du eine selbstbewusste, gereifte Persönlichkeit und ein starkes Mindset.

Bist du noch nicht an diesem Punkt, ist das kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Sehr wohl aber einer, um dir mehr Zeit zu geben und die Erwartungen nach unten zu schrauben.

Ist ein Vorgehen nach Plan wirklich dein Weg?

Hier scheiden sich die Geister und Strategien und Systeme haben absolut ihren Platz! Doch wenn du von dir weißt, dass du ein stark intuitiver Mensch bist und dir grundsätzlich schwer damit tust, strukturiert und linear vorzugehen, solltest du dich eventuell nicht zu einem ‚10-Schritte Programm‘ anmelden. Die Wahrscheinlichkeit, dass du diese Schritte genauso gehen wirst, wird gering sein.

Eventuell wäre es stattdessen besser, dir einen Coach zu suchen, der dich darin bestärkt, deinen ganz eigenen Weg zu gehen (der unter Umständen mindestens so erfolgreich sein kann, aber vermutlich nicht so linear und absehbar).

Was hat das alles mit dir zu tun?

Nicht alle Menschen sind anfällig für große Versprechen und hochpreisige Programme.

Was ich bemerke ist, dass es ein gewisser Schlag von Menschen ist, die sich zu solchen High-price-high-promise-low-value-Angeboten hingezogen fühlen.

Wenn du schon mal auf solche Verlockungen hereingefallen bist oder gerade überlegst, wem du nun zuerst dein Geld hinterherwerfen sollst, kannst du für dich mal reflektieren, was eigentlich darunter liegt.

Auch hier habe ich kein Patentrezept für dich.

Du kannst aber folgende Aspekte für dich hinterfragen:

  • Kommt deine Suche nach Unterstützung aus einem Gefühl des Mangels (‚Ich bin nicht gut genug‘), oder der Angst (Existenzängste, Angst, etwas zu verpassen)?
  • Oder aus der Gier (möglichst schnell möglichst viel Geld), wohinter sich natürlich auch Angst und Mangel verbergen?
  • Wie sehr bist du zentriert und in dir verankert? Glaubst du schnell, was man dir erzählt?
  • Welches Verhältnis hast du zu Autoritäten?
  • Wie stark bist du wirklich in deiner Eigenverantwortung? Oder hoffst du, dass es quasi von alleine geht, wenn du einen Coach/Mentor hast und gibst die Verantwortung ab?

Fazit

Nicht alle Online-Kurse und -Programme sind schlecht!

Es gibt nach wie vor sehr gute Angebote mit einem extrem hohen Mehrwert da draußen. Und ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Coaching und Mentoring dein Leben nachhaltig verändern können – ob diese Veränderung ein echter Durchbruch für dich ist, oder eher ein Learning à la ‚So nie wieder‘, hängt von der Wahl des Angebots ab. ?

Gute Arbeit hat ihren Preis und den soll sie auch haben. Aus meiner Sicht sind Preise von 200 bis 350 Euro (netto) für eine Einzelsession bei einem sehr guten, erfahrenen Coach absolut in Ordnung. Denn dahinter stecken immer(!) viele Jahre der eigenen Ausbildung und Persönlichkeitsentwicklung. Ein sehr guter Coach/Mentor wird man nicht über Nacht.

In meinem Netzwerk habe ich einige Kolleginnen, die zum Teil sehr erfolgreich im Geschäft sind, viele, viele Jahre Erfahrung haben und hervorragende Arbeit zu immer noch moderaten Preisen anbieten.

Doch die Masse an Online-Unternehmern ist anders unterwegs. Große Versprechen kommen in allen möglichen Verpackungen daher: laut, leise, geschäftsmäßig, hoch spirituell, bunt, grau, absolut rational oder auch künstlerisch-kreativ.

Wähle einfach achtsam.

Und werde dir darüber bewusst, wie du selbst ggf. als UnternehmerIn auftreten möchtest und welche Werte du vertreten möchtest.

Alles Liebe,

Carolin

7 Irrtümer im Coaching-Business! Zeit gegen Geld oder Online-Programme

7 Irrtümer im Coaching-Business! Zeit gegen Geld oder Online-Programme

Warst du schon einmal bei einem Zahnarzt? Ich denke schon. Bei einem Zahnarzt erhältst du von der Dentalhygiene, zur Wurzelbehandlung, Löcher flicken bis zu Implantate einsetzen, recht viel. Du bezahlst aber für alles einen anderen Tarif. Du bezahlst nicht pro Minute oder Stunde, sondern nach dem was bei dir gemacht werden muss.

Ein Zahnarzt wird für sein Wissen, Können und seine Leistung bezahlt. Nicht für die Zeit die du bei ihm verbringst.

Die Business-Möglichkeiten im Online-Business

Die Online-Welt bietet viele Möglichkeiten. Immer neue kommen dazu. Ich lese und höre überall von passivem Einkommen. Das ist an und für sich nicht neu. Es ist noch nicht lange her, da bedeutete das vor allem Affiliate Marketing. Heut rückt dieses im Zusammenhang von Online-Business immer mehr in den Hintergrund und wird häufig als Zusatz ins Business eingebunden.

Für passives Einkommen sind Online-Gruppencoaching-Programme und Online-Kurse zum selber lernen an diese Stelle getreten. Es gibt sehr viele Variationen dieser Modelle.

Der Slogan für Coaches, Therapeuten und Mentoren lautet „Willst du immer noch für Zeit gegen Geld arbeiten oder willst du es dir einfacher machen?!“ Natürlich bist du zeitlich gebunden wenn du mit deinen Kundinnen und Kunden persönlich arbeitest. Klar, kannst du bei der 1:1 Arbeit nicht mit 100 und mehr Menschen gleichzeitig arbeiten. Das ist ganz logisch. Doch die Preise sind auch ganz andere.

Passives Einkommen bedeutet heute oft: Erstelle einen Onlinekurs (ein Onlineprogramm), vermarkte ihn und generiere dein unglaubliches, unabhängiges Einkommen im Schlaf. Ok, das funktioniert wenn du die richtigen Vorarbeiten dafür gemacht hast und stetig dran bleibst.

Irrtum 1: Ich werde für meine Zeit bezahlt

Nein, natürlich nicht! Alleine für deine Zeit würdest du nur bezahlt wenn ihr beide dasitzt und du dich zur Verfügung stellst um angeschaut zu werden. Dann wärst du aber eher Modell eines Malers oder Fotografen.

Wofür du bezahlt wirst ist es, deine Kundinnen und Kunden dabei zu unterstützen:

  • Probleme zu lösen
  • Entscheidungen zu treffen
  • Blockaden zu erkennen und aufzulösen
  • Mindset neu auszurichten
  • Perspektive zu verändern
  • Ziele erkennen
  • Strategien zur Zielerreichung entwickel
  • Und vieles mehr. Verlängere die Liste von dem was mit dir möglich wird nach Belieben

Nebenbei wirst du auch für folgendes bezahlt:

Du wirst für deine berufliche Erfahrung, deine Empathie, deine vielen Aus- und Weiterbildungen, dein Wissen, dein Können, für deine Zeit, deine Kosten zu decken, deine Onlinepräsenz und dein spezifisches Expertinnen Wissen bezahlt.

Du schaffst mit deiner ganz eigenen Persönlichkeit, deinem Wissen, deiner Erfahrung und deiner Energie einen Raum für deine Klientinnen und Klienten.

Du bist in dieser Zeit ausschliesslich für sie da und sie sind VIPs für dich! Hier geht es nur um genau eine Person: Deine Kundin, deinen Kunden und die effektive und nachhaltige Lösung von Problemen. Exklusiv, ausschliesslich, lösungsorientiert und mit Langzeitwirkung auf genau eine einzige Person und ihre spezifischen Bedürfnisse ausgerichtet, zugeschnitten und abgestimmt.

Wenn du all das was du bietest wegstreichst, haben Kundinnen und Kunden definitiv keine Vorteile davon mit dir zu arbeiten.

Irrtum 2: 1:1 Arbeit bringt zu wenig Geld

Ganz ehrlich, wenn du das so erlebst oder erlebt hast, dann läuft etwas falsch. Wenn Menschen Selbstlern-Online-Programme kaufen haben sie in der Regel keine persönliche Unterstützung. Sie machen (oder auch nicht) das Programm durch.

Natürlich sind Selbstlern-Programme im Preis sehr viel günstiger als eine 1:1 VIP Arbeit! Doch wenn die Menschen an einem Punkt nicht weiter kommen, sich verrennen und sich selbst im Weg stehen, dann brauchen sie eine 1:1 Zusammenarbeit. Am besten doch mit dir oder?

In Online-Gruppenprogrammen ist eine Betreuung da aber nicht auf jeden einzelnen Menschen abgestimmt. Das geht in grossen, begleiteten Online-Programmen gar nicht. Sieh dir einmal einige Online-Programme an und schau welche Preise verlangt werden. Die Bandbreite ist sehr gross. Von schlappen 150 Euro bis zu einigen 1‘000 Euro ist alles zu finden. Wobei das preiswerte Programm definitiv manchmal mehr bietet als die Hochpreisprogramme.

Irrtum 3: Ich kann gar nicht den echten Preis verlangen

Wie berechnest du deine 1:1 VIP Betreuung? Meine Erfahrung zeigt, hier wird sehr oft kein Budget erstellt. Es läuft nach: „Was verlangen andere so?“ Doch damit kommst du nicht weiter. Eine gute Kalkulation ist wichtig, damit sich für dich und deine Kundinnen und Kunden diese wertvolle 1:1 Arbeit auch auszahlt.

Deine 1:1 Arbeit beginnt dir dann Freude zu machen, wenn du dir deine finanziellen Ziele gesteckt hast die du erreichen willst. Was willst du verdienen? Was hast du zu bieten? Wie hoch muss dein Stundenansatz sein? Welche sinnvollen Pakete kannst du schnüren und was ist darin enthalten? Mit was kannst du deinen Preis vertreten? Dabei ist es wichtig, dass du von deinem Preis überzeugt bist. Sonst wird das nichts.

Du kannst locker 700.00 Euro oder Franken verlangen pro Stunde. Bist du selbst nicht davon überzeugt dies wert zu sein, wird dieser Betrag immer angezweifelt und nicht bezahlt. Ja, wir sind hier wieder fröhlich bei deinem Mindset und deinem Selbstwert angelangt.

Ausserdem ist es eben auch so, ob du nun 1:1 arbeitest oder Online-Programme oder Online-Kurse vertickst, du musst bekannt werden. Mit was, wie und wo stellst du dich ins Rampenlicht?

Es gibt einige Coaches die als Coach in der „Superliga“ der Gutverdiener spielen und Tageshonorare für 1:1 Coachings haben bei denen dir die Ohren schlackern. Tageshonorar von 100‘000.00 klingt gut oder? Ob sich das dann wirklich auszahlt ist die Frage. Hier geht es um eine Marke die erschaffen wurde wie bei Modelabels. Wer so viel für einen Coach bezahlt, findet den logischerweise absolut super! Denn es ist cool zu sagen „ich habe mir diesen Coach geleistet“. Doch auch Stundenansätze von 750.00 Euro sind beachtlich. Der Weg dahin ist lang, braucht viel Einsatz und vor allem die richtigen Connections. Hast du das Zeug dazu?

Schau dir einmal einige sehr bekannte Coaches an die top bezahlt werden. Ob verdient oder nicht ist hier nicht die Frage. Warum kennst du die? Denkst du die sind ihren Preis wert und warum? Stelle dir diese Fragen einmal selbst und du kommst so langsam auf den Trichter warum sie ihren Preis haben.

Irrtum 3: 1:1 zu arbeiten schränkt mich ein

Du kannst online 1:1 arbeiten und bist genauso ortsunabhängig wie wenn du ein Gruppen-Coachingprogramm hast oder einen Online-Kurs verkaufst. Der einzige Unterschied, du betreust deine VIP Kundinnen und Kunden selbst.

Hast du dir einen guten Namen gemacht, dann werden deine Kundinnen und Kunden zu dir kommen. Egal wo du gerade bist. Einfach nur um genau mit DIR arbeiten zu dürfen! Genau, um mit dir arbeiten zu dürfen, weil es dann ein Privileg ist.

Das Einzige was dich einschränkt ist dein Denken!

Irrtum 4: Mit Online-Premiumprogrammen leichter viel Geld verdienen

Natürlich wird für hochpreisige Programme viel Geld verlangt. Doch damit diese verkauft werden braucht es eine recht grosse Maschinerie an Menschen im Hintergrund. Denn alleine schaffst du es einfach nicht! Es braucht bezahlte Werbung und das nicht zu knapp. Schlussendlich ist der Umsatz der erzielt wird nicht der Gewinn der nach Abzug aller Kosten übrig bleibt.

Damit du und deine Online-Programme zur Marke werden, brauchst du eine ganz klare und spitze Positionierung, eine grosse Präsenz online wie offline, viel Einsatz, ein gutes Budget, sehr viel technische Kenntnisse und die Bereitschaft sehr viel zu arbeiten. Ausserdem braucht es Durchhaltewillen und die klare Entscheidung, dich darauf auszurichten. Es ist unumgänglich, dir ein Team aufzubauen das dich unterstützt. Trifft das alles auf dich zu?

Der „Online-Goldrausch“ ist fast vorbei

Ja, richtig gelesen, die Goldgräberstimmung hat einer Ernüchterung Platz gemacht. Wie viele hochpreisige Programme wurden verkauft, die es einfach nicht wert waren? Wie viele Versprechen wurden und werden gemacht, die einfach falsch sind?

Der Hype davon ist bald ganz vorbei. In den Jahren zuvor haben viele Menschen solche Programme oder Dienstleistungen gebucht und 90% davon sind ernüchtert auf der Strecke geblieben. Sie haben viel Geld investiert und sind keinen Schritt weiter gekommen.

Überlege dir also gut, was dein Programm bietet und welchen Preis es wert ist. Sonst kann es sein, dass du dir dein Image ruinierst bevor du richtig durchgestartet bist.

Irrtum 5: Ich erstelle schnell einen Online-Kurs und verdiene locker 5-6-stellig damit

Bleiben wir auf dem Boden der Realität: Nein, so läuft das nicht! Erstens einmal brauchst du wirklich ein Expertenwissen damit du dieses weiter geben kannst. Auch hier brauchst du deine klare Positionierung und ein Marketingkonzept. Sonst arbeitest du in die leere Luft.

Dann die klare Struktur der Inhalte und wie du diese aufbereiten willst. Auf welcher Plattform du deinen Online-Kurs einstellen willst. Schon bevor der Online-Kurs steht, beginnt der Launch dafür. Alleine für die Vorbereitung und Erstellung der Inhalte und diese einstellen kannst du ca. 6 Monate Vorbereitung rechnen. Wenn du einen richtig guten Online-Kurs erstellen willst.

Dann brauchst du auch eine klare Budgetierung für deinen Online-Kurs. Wieviel soll er kosten? Es ist von Vorteil wenn du dir selbst einige Online-Kurse kaufst und schaust was sie bieten. Das ist ein gutes Investment. Es gibt dir einiges an Selbstsicherheit wenn du im Zweifel darüber bist, ob dein Online-Kurs gut genug ist. Du erkennst selber was er dir bietet, wie er aufbereitet ist und was du davon profitierst.

Natürlich geht es auch billiger und nicht so gut, doch welchen Namen willst du dir machen? Wie sollen deine Kundinnen und Kunden von dir sprechen? Vor allem, möchtest du über den Online-Kurs oder das Online-Programm Kunden die dir vertrauen gewinnen oder ist dir das egal?

Irrtum 6: Ich erstelle ein Online- Programm und verdiene schnell Geld damit

Wichtig ist immer der Launch dafür. Ob du ihn in vielen Gruppen, auf Linkedin, Xing, Facebook, Pinterest, Twitter, Instagram oder sonst wo promotest – du musst die Werbetrommel rühren. Ausserdem spielt der Preis eine Rolle. Ein Produkt für wöchentlich 20 Euro verkauft sich oft mehr als ein Produkt für 250.00 oder 9‘000.00 Euro.

Der beste Weg ist immer noch die E-Mail-Liste. Denn diese Menschen kennen dich schon etwas, wissen was du bietest und sind eher bereit in dich zu investieren. Doch das trifft auch auf deine 1:1 Arbeit zu. Die Qualität dessen was du bietest entscheidet darüber, ob dir vertraut wird.

Ausserdem kann es möglich sein, dass deine ersten drei Programme total floppen und erst danach der Erfolg kommt. Egal wie du dein Business aufbaust, es geht nicht von 0 auf 100 in null Zeit. Wieviel Zeit hast du täglich zur Verfügung um alles in die Wege zu leiten?

Der Faktor Zeit spielt immer eine wichtige Rolle. Wenn du da blauäugig an die Sache herangehst und keine Zeitpuffer einrechnest kommst du schnell unter enormen Druck.

Irrtum 7: 1:1 Coaching kostet mich viel mehr Zeit als Online-Programme

Natürlich investierst du Zeit in ein VIP 1:1 Coaching! Doch du investierst auch Zeit in Online-Programme und Online-Kurse. Denn diese wollen auch gepflegt werden. Je nachdem zu welchem Thema du Online-Programme und Kurse erstellst, musst du diese immer wieder neu nachführen und ergänzen.

Du brauchst in beiden Fällen Weiterbildungen für dich um up to date zu bleiben wenn du wirklich gut sein willst. Du kannst nicht deine Nische „Online-Marketing-Coach für Hundeschulen“ haben und dich dann über die Entwicklungen im Online-Bereich nicht auf dem neuesten Stand halten. Ausserdem musst du deine Programme auch stetig an das Neue anpassen.

Ob 1:1 Arbeit oder Online-Kurse und Online-Programme. Für alle Varianten investierst du Zeit und Geld um bekannt zu werden. Bei allen Varianten investierst du auch Geld für die Werbung.

Egal was du tust, es zahlt sich aus, wenn du richtig gut bist und weiter empfohlen wirst! Ja genau, wenn du deine Kundinnen und Kunden überzeugst, wirst du weiter empfohlen und sonst eben nicht. Warum denkst du, dass Empfehlungs-Marketing / Affiliate-Marketing ein sehr hoher Posten in den Budgets für Werbeaufwendungen einnimmt? Es ist absolut keine Werbung so optimal wie wenn du weiter empfohlen wirst! Egal ob für die 1:1 Zusammenarbeit oder Online-Produkte.

Fazit

1:1 Arbeit kann sehr lukrativ sein. Der Wert dieser Arbeit basiert immer auf dem Wert den deine Kundinnen und Kunden von deiner VIP Betreuung haben. Erst durch diese Arbeit wirst du erkennen, wo die häufigsten Probleme liegen.

Viele Menschen wollen schnelle Lösungen für ihre Probleme. Sie haben oft keine Zeit für langatmige Programme. Dann ziehen sie die 1:1 Lösung allem anderen vor.

Online-Programme und Kurse können eine richtig gute Ergänzung sein! Du kannst durch sie bekannter werden und dir einen Namen machen. Der Vorteil ist, du stellst das Produkt in den Vordergrund und bewirbst es. Gerade wenn du eher schüchtern bist oder noch unsicher darin wie du dich geschickt präsentierst, ist das ein guter Weg sichtbar zu werden.

Schlussendlich aber kommt es darauf an, dass du für das brennst was du machst! Denn genau das strahlst du aus, das passt zu dir und du überzeugst.

Fragen die dich ein Stück weiter bringen

  • Wie willst du arbeiten?
  • Wo willst du arbeiten?
  • In welchem Bereich fühlst du dich als super Expertin und kannst zu 100% hinter deiner Arbeit stehen?
  • Welcher Bereich macht dir besonders Freude?
  • Welche Probleme werden durch die Zusammenarbeit mit dir gelöst?
  • In welcher Zeit werden sie gelöst?
  • Habe ich mein Budget im Griff?
  • Weiss ich, was ich verdienen will?
  • Weiss ich, wie ich das schaffe?

 

Ich wünsche dir nun einfach ganz viel Erfolg damit dein Coaching-Business auf deine Weise erfolgreich zu führen!

Herzlichst

Jacqueline