So baust du dir deine Ich-Marke auf

Für Selbständige und kleine Unternehmen ist es sinnvoll eine passende Ich-Marke aufzubauen. Es ist einfacher und preislich interessanter, als wenn du dich mit dem Aufbau eines klassischen Brands abmühst. Ich zeige dir am Beispiel der Cindy von Marzahn, wie du dir deine bekannte Ich-Marke aufbaust.

Steckst du gerade im Positionierungs-Drama und zerbrichst dir den Kopf über dein Personal Brand? Stellst du dir vielleicht die Frage, ob sich dieser Aufwand lohnt? Das ging mir auch so. Ich gebe dir mit Cindy aus Marzahn ein Beispiel einer gelungenen Ich-Marke. Ich gebe dir hier Tipps, wie auch du dir deine erfolgreiche Ich-Marke aufbaust.

Du bist schon eine Ich-Marke

Auch wenn es dir nicht bewusst ist: Du hast schon ganz automatisch dein Personal-Brand und deine Positionierung und somit deine Ich-Marke. Du bist dir dessen nur nicht bewusst, weil das eben du bist und für dich selbstverständlich ist.

Es geht also nicht darum, alles neu zu erfinden, sondern zu wählen was du davon zeigen und ins Rampenlicht stellen willst. Zuvor machst du dir bewusst, was dich unverwechselbar macht. Es ist ein neues kennen lernen von dir selbst. Schlussendlich gibt es deinen ganz privaten und persönlichen Bereich, den niemanden etwas angeht.

Wenn meine Kundinnen und Kunden ihr Personal Brand erkennen, fällt es ihnen leicht, sich mit ihrer massgeschneiderten Ich-Marke zu zeigen.

Stars und ihre Ich-Marke

Das Personal-Brand (Image) ist das Aussehen, das Benehmen und die ganze Lebensgeschichte dahinter. Das ist auf die Positionierung von Schlagersängerin, Rock-Star, Teenie-Groups, Schauspielern und andere, bekannten Persönlichkeiten abgestimmt. Natürlich auch auf Politiker. Spezielle Agenturen sind genau darauf spezialisiert. Auch wenn uns gerne erzählt wird, wie wahnsinnig zufällig der Erfolg kam, vergiss es! Das ist ein durchdachtes Konzept.

Ob bei Germany’s Next Topmodel, Deutschland sucht den Superstar, The Voice of Germany oder Politikern – es wird gezielt ein Personal Brand aufgebaut. Sonst würden die Menschen keine Beziehung aufbauen können. Schlussendlich geht es immer um Beziehungen. Was verbindet Menschen zusammen? Gemeinsamkeiten! Das ist es, was Menschen dazu bringt jemandem ihre Stimme zu geben.

Ein gutes Beispiel einer Ich-Marke ist Cindy aus Marzahn

Kannst du dich an die schräge Cindy im pinken Jogginganzug, wilder Wuschelfrisur in blond und Diadem erinnern? Die verkannte Prinzessin, mit Bauch, ohne Prinz aber massig Erfahrung mit dem Arbeitsamt?

Aber sag mal, kennst du etwa Ilka Bessin? Nein? Sie ist die «Erfinderin» und Darstellerin von Cindy aus Marzahn. 2016 hat Ilka ihre Kunst-Figur Cindy, zum Bedauern ihrer Fans, von der Bühne geholt. Cindy aus Marzahn ist ein gutes Beispiel einer Ich-Marke. Was hat diese Cindy aus Marzahn zum gefeierten Kultobjekt gemacht?

Dein Ziel ist der Startpunkt von allem

Ilka Bessin’s Ziel war es, Geld zu verdienen mit etwas, das sie sich zutraute und das sie kannte: Menschen zu unterhalten mit ihrer persönlichen Story. Ja genau – Storytelling auf der Bühne, was auch schon das WIE der Zielerreichung ist. Das WIE sie das Ziel erreichen will, ergab sich aus ihren Erfahrungen.

Sie wollte raus aus der Arbeitslosigkeit und sich etwas aufzubauen, das nicht viel Geld kostet. Am Anfang war es einfach der Versuch etwas Neues zu wagen. Dass sie so erfolgreich sein würde, damit hat sie nicht gerechnet.

Die wichtigen Ziele sind viel simpler als erzählt wird

Ziele sind viel simpler, als du immer wieder liest. Es sind sehr oft keine riesigen Visionen und Missionen, es ist viel einfacher. Der Wunsch das Leben zu verbessern steht am Anfang. Aus einer schwierigen Situation rauszukommen und hin in ein schöneres, leichteres Leben zu kommen. Bei Unternehmen geht es immer klar um Umsatzziele. Bei Selbständigen und kleinen Unternehmen geht es anfangs viel mehr um die Erfüllung von persönlichen Lebenszielen.

Was ist dein persönliches Ziel mit deiner Selbständigkeit oder deinem Unternehmen? Die Frage ist nicht, was du für dein Geschäft machen kannst. Am Anfang steht die Frage: Welches Leben soll mir meine Selbständigkeit ermöglichen?

Die Grundlage der «Kunst-Figur» Cindy aus Marzahn

Warum wirkte diese Cindy so «echt»? Nach vier Jahren der Arbeitslosigkeit hatte Ilka Bessin sehr viel Erfahrungen mit dem Arbeitsamt gesammelt. Daneben gewann sie auch Einblicke darüber, wie es ist am Rand der Gesellschaft zu leben. Aus ihren eigenen Erfahrungen hat Ilka Bessin die Kunstfigur Cindy aus Marzahn geschaffen.

Ilka hat in Cindy alle Klischees, Vorurteile und eigene Erfahrungen zusammengepackt. Diese Cindy hat sie auch noch gleich auf ihren Körper abgestimmt und dies hat das Gesamtbild erst komplett und unvergessen gemacht. Damit war das perfekte Personal Brand für Cindy erschaffen. In einem Interview meinte Ilka Bessin einmal: «In Cindy stecken 80% von mir ganz persönlich». Genau darum geht es bei der Erschaffung deiner Ich-Marke durch dein authentisches Personal-Brand.

Dein WIE: Auf was kannst du einfach und überzeugend aufbauen?

Was sind deine Erfahrungen, mit denen du Vertrauen aufbauen kannst? Eigene Erfahrungen wirken authentisch und machen dich in diesen Bereichen zu einer lebensnahen Expertin. Was hat dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist? Wie hast du eine Krise, eine Veränderung gemeistert? Kurzum: Was fällt dir leicht, darüber zu erzählen. Deine persönliche Story, dein Wissen, dein Können und deine Erfahrungen sind der Stoff für guten Content.

Nein, es muss nicht immer das sein was du ursprünglich gelernt oder studiert hast. Viel wichtiger ist das, was du selbst erlebt hast. Was dich interessiert und mit was du dich richtig gut fühlst. Tja, das ist dann schon Teil deiner Business-Positionierung. Wir alle suchen meistens viel zu weit und übersehen das, was vor unseren Füssen liegt.

Personal-Brand und Positionierung gehören zusammen. Dafür brauchst du eine Verbindung zu dir selbst. Dich in allen Facetten wahrzunehmen ist wichtig, damit du deine Ich-Marke erkennen kannst.

Dein Personal Brand

Auf den ersten Blick erkennbar

Ein gutes Personal-Brand ist sehr authentisch. Ein wichtiger Teil von deinem Personal Brand sind immer Merkmale, die auf den ersten Blick auffallen und in Erinnerung bleiben. Das ist es, wie dich Menschen jemandem beschreiben der dich nicht kennt. Diese Merkmale kannst du betonen, weil sie es sind die in Erinnerung bleiben.

Das heisst nicht, dass dir diese Merkmale super gefallen oder sie dir immer bewusst sind. Oft ist es genau das, was dich selbst stört, das anderen aber über dich im Gedächtnis bleibt. Weil es eben unverwechselbar du bist. Denk mal an Madonna mit ihrer Zahnlücke :). Sie hat diese ganz bewusst ins Rampenlicht gestellt. Knallrote Lippen, leicht geöffneter Mund und die Zahnlücke. Auf deinen Eigenheiten kannst du dein Personal Brand «auf den ersten Blick» aufbauen.

Dein Outfit gehört auch zu deiner Ich-Marke

Cindy aus Marzahn wirkte mit ihren Erzählungen was sie tagein-tagaus so erlebte echt und war mit ihrem leichten Sarkasmus auch witzig. Die wusste von was sie redete und dies sehr direkt und ungeschönt. Sie hat ihren alltäglichen Alltagsknatsch auf die Bühne gebracht.

Das alleine genügte noch nicht. Davon gab es schon viele. Ihr Outfit machte es aus! Wer ging zu dieser Zeit so unmöglich gekleidet auf die Bühne? Niemand! Darum blieb Cindy aus Marzahn durch ihren Anblick auf Anhieb in Erinnerung. Es ist der Eindruck auf den ersten Blick, der in Erinnerung bleibt. Auf der Bühne wie im Leben ist dies klar der erste Gesamteindruck, den du hinterlässt.

Nein, du sollst dir nun nicht die Haare pink färben und dich in einen ausgeleierten Jogginganzug schmeissen :). Ich bin sicher, du hast deinen Stil, der zu dir passt.

Was fällt bei dir regelmässig auf den ersten Blick auf?

Schau einmal in den Spiegel oder sieh dir Fotos von dir an. Was taucht da immer wieder auf, so dass es einfach auffällt? Was ist dein typisches «Markenzeichen», das dich ausmacht?

Das kann deine Haarfarbe sein, die nicht alltäglich ist, deine Locken, eine immer gleiche Aufsteckfrisur oder der freche Kurzhaarschnitt. Aber auch Accessoires wie grosse Ohrringe, breite Gürtel oder auffallende Ketten, die du liebst. Ein spezieller Kleidungsstil inklusive Farbe, ein einzelnes Kleidungsstück aber auch Fingernägel die auffallen.

Fällt es dir schwer, dies selbst zu erkennen, frage einmal in deinem Umfeld: «Wie würdest du mich jemandem beschreiben der mich nicht kennt? Wie könnte er/sie mich ohne Bild von mir, mich in einem Restaurant erkennen?»

Welche Kleidung ist typisch für dich

Denke daran, deine Ich-Marke ist immer ein Gesamtpaket, bei dem du drin bist. Es geht immer um die Wiedererkennung, wenn es um dein Image geht. Ich persönlich war schon immer der Jeans, Turnschuhe und T-Shirt-Typ. Praktisch, alltagstauglich, bequem und farbig. Natürlich konnte ich in meinen Jobs meistens nicht so auftauchen. Also waren die Optionen schnell gut aussehen und dennoch bequem. Das habe ich mit zwei Kindern, Hund und Geschäft beibehalten ;).

Würde ich mich nun immer in Hosenanzug oder adrettem Kostüm fotografieren lassen, wäre das absolut unpassend. So laufe ich einfach nicht rum. Auch nicht, wenn ich in Unternehmen coache. Deshalb wäre das wohl gut fürs Foto aber definitiv nicht authentisch. „Ach schau mal hier, das ist so typisch Jacqueline Style“ sagen meine Freundinnen oder meine Tochter wenn wir zusammen shoppen gehen und sie was sehen.

Wie du dich kleidest, ist dein persönlicher Touch und auch das gehört unverwechselbar zu dir. Denn das macht den Gesamteindruck aus, der in Erinnerung bleibt. Genau das willst du mit deiner Ich-Marke – in Erinnerung bleiben.

Dein Personal-Brand auf den zweiten Blick

Dein Personal-Brand auf den zweiten Blick besteht aus:

  • Deiner inneren Haltung
  • Wie du dich anderen gegenüber benimmst
  • Deine Hobbies und Interessen
  • Deine Business-Positionierung (was du machst)

Hier ist alles drin von dem du möchtest, wie von dir und über dich gesprochen wird.

Die Positionierung der Cindy aus Marzahn

Die Kunst-Figur Cindy hatte auch eine ganz klare Positionierung. Seit Jahren arbeitslos mit wenig Aussichten auf einen Job, im Inneren immer noch die Prinzessin die vergeblich ihren Prinzen sucht und mit Antworten, die sich gewaschen haben.

Positionierung der Kunstfigur: Eine Frau am Rande der Gesellschaft, die trotz allem nicht aufgibt und dem Leben abgeklärt und sarkastisch begegnet.

Wer nicht nur ihren Namen hört, sondern Ilka Bessin sieht, hat auch heute noch die direkte Verbindung zu ihrer Kunstfigur Cindy aus Marzahn. Obwohl sie heute ganz andere Sachen macht. Wie du siehst, verschmelzen Personal-Brand und Positionierung zu einem Ganzen, das in Erinnerung bleibt.

Deine Personal-Brand Positionierung

Neben der Business-Positionierung (was du konkret machst) gibt es eben deine Image Positionierung. Wie willst du wahrgenommen werden? Ja, das hat mit deinem Charakter, deinen Vorlieben, deinem Leben, deinen Erfahrungen und deinem Alter zu tun. Auch das gehört zu einer Ich-Marke, mit der du Vertrauen aufbauen kannst und zugleich Interesse weckst.

Mit zwanzig, ohne Familie und grosse Verpflichtungen, hast du automatisch ein ganz anderes Image als eine Vierzigjährige mit Familie und schon einigem mehr an Lebenserfahrung. Was sollen andere über dich erzählen? Dass du eine Unternehmerin bist, die es mit Familie geschafft hat? Vielleicht bist du eine Reisende, die ihr Geschäft von überall aus macht? Über dich als DIY-Queen, die mit ihrem Blog gut verdient wie Caroline Preuss gestartet hat?

Es ist deine bewusste Entscheidung, welches Image du haben willst. Denn du sprichst so automatisch Menschen an, die sich darin wiedererkennen.

Positionierung und Personal-Brand verschmelzen zu einem Gesamtbild

Um bei Suchmaschinen gefunden zu werden, brauchst du deine Business-Positionierung. Du kannst hier durch deine Keywords gefunden werden und deine SEO optimieren. Deine Business-Positionierung ist also wie dein Online-Schaufenster. Deine Expertise und dich selbst machst du über Blogartikel, Videos, Podcast, Interviews, Beiträgen auf Social-Media und mehr sichtbar. Je nachdem für was du dich entscheidest.

Die Arbeit an deiner Positionierung bedeutet auch, dass du deine Zielgruppe definierst. Passt deine Zielgruppe nicht zu deiner Positionierung, zu dir selbst (Personal-Brand) und deinen Angeboten, läuft dein Marketing ins Leere. Die Basis deiner Ich-Marke für deine klare Positionierung ist wichtig, wenn du mit ihr erfolgreich sein willst.

Ob jemand auf deiner Website bleibt oder nicht, liegt aber nicht nur an deinem Content. Auch nicht nur daran, wie schnell deine Website lädt. Sondern, ob sie jemanden anspricht. Farben, Struktur, Schrift und Bild. Auch hier zählt der erste Eindruck und gehört zu deiner ICH-Marke.

Hast du Fragen, dann schreibe mir einfach eine Mail und ich gebe dir Antwort.

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